Hintergrund: 

Wenn man sich die ökonomischen Bereiche der Pharmabranche ansieht, dann ist das Wissen über die Industrie und ihre Produkte, über die Großhändler und ihre Strukturen sowie über die Apothekenkooperationen und ihre Mitglieder recht umfangreich. Das Wissen über das Verhalten von Kunden in den Apotheken ist ausbaufähig. Ein Grund dafür liegt in dem Umstand, dass jede Apotheke anders ist. Dazu trägt maßgeblich das Mehrbesitzverbot bei, das die Vielfalt, aber auch die Uneinheitlichkeit der Erscheinungsformen fördert. Einheitlich geführte Filialsysteme mit vielen Apotheken, wie sie aus anderen Ländern und anderen Branchen bekannt sind, gibt es in Deutschland also nicht.

Die Kunden sehen sich dann in verschiedenen Apotheken einer Vielzahl unterschiedlicher Stimuli-Konstellationen gegenüber, Wiedererkennungseffekte sind niedrig, Irritationen und Stress möglicherweise hoch, die Kaufunlust und der Drang nach schneller Abwicklung des Kaufs nehmen zu. Hinzu kommt, dass jeder Kunde die Apotheke in einer anderen Verfassung betritt. Und dies eher selten in einer sehr positiven Stimmung.

 

Forschungsfrage:

Folgende Themen waren Gegenstand der Untersuchung:

  • allgemeines Einkaufsverhalten in Apotheken
  • Verhalten beim aktuellen Apothekeneinkauf
  • Einkaufsverhalten der Befragten bei Apotheken-Wettbewerbern
  • Lieblingsprodukte und Spontankäufe in der Apotheke
  • Wirkung von Werbung und Marketingmaßnahmen auf die Apothekenkunden

 

Vorgehen bei der Untersuchung:

Im Juni und Juli 2014 wurden in 14 Städten Nordrhein-Westfalens 1.050 Apothekenkunden in 37 Apotheken befragt. Die Befragungen wurden von Studierenden anhand eines im Vorfeld entwickelten und getesteten Fragebogens als face-to-face-Interviews ausschließlich in Apotheken durchgeführt. Befragt wurde in vier unterschiedlichen Apothekentypen: in Stadtteil- (63 %), Innenstadt- (23 %), Center- (11 %) sowie Landapotheken.